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E-Sports – Vergnügen oder Job?


 

Beim Thema Sport denkt man wahrscheinlich zuerst an Fußball, Radsport oder Biathlon und Co. In den vergangenen Jahren haben sich aber ganz neue Trends entwickelt. Eines dieser Segmente hat mit der Verbreitung des Internets seinen Siegeszug angetreten. Die Rede ist von E-Sports. Hierbei handelt es sich um wettkampforientiertes Gaming am PC. Inzwischen treten im E-Sport-Bereich Gamer in Mannschaften gegeneinander an.


Immer noch oft belächelt, handelt es sich hierbei um Wettkämpfe, welche in erster Linie hinsichtlich der:


- Hand-Augen-Koordination

- Reaktionsfähigkeit

- Konzentration


eine echte Herausforderung darstellen. Professionelle Spieler – sogenannte Pro-Gamer – kommen im E-Sport auf mehrere hundert Interaktionen pro Minute. Und mittlerweile ist E-Sport auch in Österreich angekommen. Beispielsweise durch den eSport Verband Österreich (eSVÖ) vertreten, werden Meisterschaften wie das Austrian Masters regelmäßig ausgerichtet.

 


Die Arcade-Zeit feuerte den Bereich an



Wann schlug die Geburtsstunde des E-Sports? Betrachtet man die Entwicklungsgeschichte, ist das Jahr 1972 entscheidend. Zwar spielten Gamer bereits früher Spiele wie Tennis for Two gegeneinander. 1972 wurde aber die erste Meisterschaft durchgeführt. Gegen Ende der 1980er Jahre begann sich mit dem Internet die Szene grundlegend zu verändern.


Sogenannte LAN-Partys führten zu größer angelegten Gaming-Sessions. Mit dem World Wide Web war es anschließend möglich, im globalen Maßstab gegeneinander anzutreten. Einen weiteren Schub erlebte das E-Gaming durch die Entwicklung von Spielen wie:


- Warcraft

- DOTA oder

- StarCraft

 

Speziell der asiatische Raum wurde – durch die relativ frühe Verbreitung schneller Internetanschlüsse – zu einem Zentrum für die ersten E-Sports-Events. Hier entwickelte sich schon in den 1990er Jahren eine sehr aktive und breite Gamer-Szene, die den E-Sport zu einem echten Massenphänomen werden ließ.

 


Die Institutionalisierung - Zocken als Broterwerb?



Bis in die Mitte der 1990er Jahre hinein war der Begriff E-Sport zumindest hierzulande weitgehend unbekannt. Mit dem wachsenden Zulauf an Gamern veränderte sich auch das E-Gaming weiter. Gerade in Südostasien erlebte der E-Sport einen so großen Schub, dass Events hier teilweise hohe fünfstellige Besucherzahlen erreichten. Diese Entwicklung führte auch zu einer stetigen Professionalisierung des E-Sports.


Immer mehr Spieler begannen damit, sich untereinander zu vernetzen – es entstanden zunehmend:


- Clans

- Gilden

- Gamer-Allianzen

 

Diese traten als Mannschaft in den einzelnen Spielen auf und versuchten gemeinsam gesteckte Ziele zu erreichen. Der Zulauf hatte letztlich auch ökonomische Konsequenzen. Wettbewerbe mit Preisgeldern entstanden und Pro-Gamer wurden in die Lage versetzt, ihr „Hobby“ zum Beruf zu machen. Parallel entwickelte sich Ligen wie die Electronic Sports League. Zu den sehr bekannten Wettkämpfen gehören unter anderem:


- die World Cyber Games

- der Electronic Sports World Cup


Wie groß das Interesse inzwischen geworden ist, lässt sich unter anderem an den Zuschauerzahlen. Die LoL-Weltmeisterschaft (League of Legends, Finale) haben Internet-Angaben zufolge 36 Millionen Zuschauer verfolgt. Und die Teilnahme kann sich bei einem Preisgeld von 1 Million US-Dollar für Platz 1 durchaus lohnen.

 

E-Sports Header 2 600 ©Imonk72 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Ein echter Pro-Gamer benötigt beim Spielen eine ganze Reihe wichtiger Fähigkeiten - dazu zählen auch die Geschwindigkeit und eine außergewöhnlich gute Hand-Augen-Koordination.

 


E-Sports – wo Gamer fast schon Helden sind



E-Sports ist in der Vergangenheit ein echtes Massenphänomen geworden. Über Jahre hinweg war es vor allem Südostasien, das hier den Ton angeben hat. Inzwischen ist der Trend auch in Europa oder den USA angekommen. Betrachtet man die Entwicklung, muss man vor allem die einzelnen Spiele betrachten.


Nach der Höhe der Preisgelder sortiert, belegt DOTA 2 laut unangefochten den 1. Platz. Hier traten 2015 16 Teams gegeneinander an – und haben im August 2015 laut Informationen auf wettbasis.com um einen Gesamtpreispool von 18,4 Millionen US-Dollar gekämpft. Das Gewinnerteam konnte mit über 6,6 Millionen US-Dollar nach Hause gehen. Mit deutlichem Abstand folgt die LoL-Weltmeisterschaft. Hier betrug der Preispool 2,1 Millionen US-Dollar.


Welchen Stellenwert E-Sport hat, lässt sich nicht allein über die aktuellen Preisgelder abschätzen. Betrachtet man das DOTA 2 Event (The International), ist der Sprung erheblich. 2011 mit gerade 1,6 Millionen US-Dollar gestartet, sind die Gewinne in den letzten zwei Jahren förmlich explodiert. Die Teilnahme an den Turnieren ist in aller Regel für Teams vorgesehen. Die E-Sports-Szene kennt aber auch Einzelspieler, die besonders viele Fans haben. Ursprünglich waren Gamer aus Asien hier stark vertreten. Betrachtet man die Ranglisten, sind hier inzwischen aber auch Spieler aus anderen Regionen/Ländern, wie:


- Spanien

- den USA

- Brasilien oder

- Schweden


dabei. Und die Pro-Gamer erreichen schnell Jahreseinkommen von mehr als einer Million US-Dollar – nur über Preisgelder. Hinzukommen noch Werbe- und Sponsorenverträge, welche die Einnahmen der Pro-Gamer noch einmal deutlich steigern können.

 


Fazit: E-Sports sind erwachsen geworden



Einfach und ohne vor die Tür zu gehen ein Held werden – Multiplayerspiele erlauben den Wettkampf mit anderen. Was zuerst als reines Spiel gegeneinander begonnen hat, ist inzwischen ein Massenphänomen geworden. In den vergangenen Jahren haben sich nicht nur Clans und Ligen etabliert. Es sind verschiedene Turniere entstanden. Und einige bieten den Teilnehmern die Chance auf hohe Preisgelder. Gamer, die hieran teilnehmen, vereinen zudem eine wachsende Fangemeinde hinter sich. Mit der Zahl der „Follower“ wächst auch deren Marktwert. Denn mit den Zuschauerzahlen wächst auch das ökonomische Potenzial des E-Sports. Inzwischen werden allein nur durch die Übertragung der Events teilweise Milliarden umgesetzt. Ganz zu schweigen von den Einnahmen, die mithilfe von Hardware oder Software generiert werden. Viele Experten sind sich zudem sicher, dass diese Branche weiter wachsen wird.

 


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