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Scheidung und dann – was tun?


Eine Scheidung ist oftmals ein schmerzhafter Schritt - doch danach muss es irgendwie weitergehen. Doch wie lässt sich die eigene Mitte wiederfinden?

 

Eine gescheiterte Ehe hinterlässt seelisch und biographisch ein großes Loch im Leben aller Beteiligten. Leider sind jedes Jahr viele Menschen von dieser schmerzhaften Erfahrung betroffen – in Österreich werden laut Statistik.at über 40 Prozent aller geschlossenen Ehen nach durchschnittlich 13 Jahren wieder geschieden. Doch wie sollen Betroffene sich nach einer Scheidung verhalten? Unmittelbar wieder eine neue Verbindung eingehen oder den Kontakt zum anderen Geschlecht bewusst vermeiden? Im Folgenden werden psychologische Mechanismen erklärt und Tipps gegeben.

 


Erotische Abenteuer – der Weg zur eigenen Mitte?


 

Wenn man innerlich noch mit der Bewältigung der gescheiterten Ehe beschäftigt ist oder gar mit dem Ex-Partner noch über Vermögens- und Besitzverhältnisse verhandelt, hat eine neue Beziehung häufig kaum Chancen. Zu groß ist die Gefahr, dass der neue Partner mit dem alten verglichen und allein auf dieser Grundlage bewertet wird. Darüber hinaus bringen Ärger über den Ex-Partner und anhaltende Streitigkeiten Spannung in eine neue Partnerschaft und vergiften die Atmosphäre. Der einstimmige Rat von Therapeuten und Psychologen lautet deswegen, sich erst einer neuen Liebe zuzuwenden, wenn man die Trennung mental vollständig hinter sich gelassen hat.


Allerdings möchte niemand auch in einer seelischen Trennungsphase auf seine Bestätigung durch das andere Geschlecht völlig verzichten. Im Gegenteil: Als attraktiv gespiegelt zu werden, kleine Flirts oder gar ein unverbindliches erotisches Abenteuer können helfen, das angeschlagene Selbstvertrauen wieder aufzubauen:


- Das Nachtleben genießen:

Bars, Clubs und Discos bieten unverfängliche Möglichkeiten für lockere Flirts. Nach langer Zeit wieder abends auszugehen, sorgt für Abwechslung und bestätigende Kontakte, ohne dass mehr daraus werden muss.


- One-Night-Stands:

Ein erotisches Abenteuer bietet für manche Menschen die ideale Gelegenheit, sich wieder begehrt zu fühlen, ohne sich gleich wieder binden zu müssen. Perfekt funktioniert dies immer, wenn beide Beteiligten das gleiche Ziel im Sinn haben. Online-Dating-Plattformen für erotische Treffen ohne weitere Ambitionen wie Treffpunkt18 können in diesem Fall helfen, die passenden Paare für eine Nacht zusammenzubringen.


- Selbstbewusstsein ausstrahlen:

Bevor Menschen die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts auf sich ziehen, müssen sie sich zunächst einmal selbst wohl in ihrer Haut fühlen. Alle Aktivitäten, die das Selbstbewusstsein stärken und sich wieder attraktiv fühlen lassen, bilden die Basis für Flirts und neue Bekanntschaften.


Männern hilft es in den meisten Fällen, Erfolge beim Sport oder im Job zu erlangen, um sich stark und begehrenswert zu fühlen, während Frauen sich zu diesem Zweck gern ihrer äußeren Erscheinung zuwenden. Eine neue Frisur, ein sexy Outfit oder ein Wellness-Urlaub können das weibliche Wohlbefinden wirksam unterstützen. Doch natürlich wird auch für Frauen der berufliche Erfolg immer mehr zu einer Stütze des Selbstvertrauens.

 


Die Suche nach der neuen Liebe schlägt oft fehl



Begeben sich frisch Getrennte krampfhaft auf die Suche nach einer neuen Beziehung, liegt das häufig an dem Empfinden, einfach nicht allein sein zu können. Auf dieser Basis funktioniert allerdings keine Partnerschaft, denn beide Beteiligten müssen für eine erfüllte Beziehung unabhängige und selbstständige Persönlichkeiten sein, die sich in Freiheit aufeinander einlassen. Abhängigkeitsverhältnisse oder das Gefühl, emotionale Löcher stopfen zu müssen, führen nur zu neuerlichem Scheitern.


- Mit sich selbst im Reinen:

Sich ausgeglichen zu fühlen, ist die beste Basis für eine neue Partnerschaft. Sollen dagegen durch Liebe eigene Defizite ausgeglichen oder seelische Wunden geheilt werden, sieht man den Partner unbewusst nur als Mittel zum Zweck. Eine solche Verbindung hat keine Zukunft.

- Richtige Orte für die Partnersuche:

Langjährige Beziehungen beginnen häufig an Orten, wo beide Partner gleiche Interessen pflegen. Viele lernen sich im Job kennen, beim geteilten Hobby oder durch gemeinsame Freunde. Ähnliche soziale Umfelder und gleiche Lebensinhalte sorgen für Stabilität in einer neuen Beziehung und bilden die beste Basis für ihr Gelingen.

- Offen bleiben:

Unverhofft kommt oft – so verhält es sich insbesondere in Sachen Liebe. Wer verkrampft auf der Suche ist, strahlt nur Verzweiflung aus. Die besten Voraussetzungen für neue Kontakte haben dagegen Menschen, die offen und entspannt durchs Leben gehen und Situationen einfach auf sich zukommen lassen. Das Gespräch mit der Nachbarin an der Mülltonne muss nicht unbedingt zur romantischen Lovestory führen, kann es aber.
 

Scheidung tut weh Header 2 600 ©Unsplash (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Wer wieder zu sich selbst gefunden hat, kann letztlich auch nach einer Scheidung wieder das große Glück finden. Man darf sich dabei jedoch nicht unter Druck setzen. Bildquelle: Unsplash (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 


Eine Analyse hilft für die Zukunft


 

Einen Fehler zu begehen ist kein Drama – man sollte denselben nur nicht zweimal im Leben machen. Nach einer gescheiterten Beziehung hilft es nicht, Probleme komplett zu verdrängen; stattdessen sollte jeder der Ex-Partner auch seine persönlichen Konsequenzen aus der schlechten Erfahrung ziehen:


- Erwartungen abklären:

Häufig scheitern Beziehungen, weil die Erwartungen eines oder beider Partner an die Verbindung sich essentiell unterschieden und nicht erfüllt wurden. So ist eine Scheidung zumindest ein Anlass, die eigenen Ansprüche zu identifizieren, um denselben Fehler nicht noch einmal zu begehen. Wenn mehr gemeinsame Zeit miteinander erhofft wurde oder, im Gegenteil, fehlender Abstand und mangelnde eigene Interessen zum Scheitern der Beziehung geführt haben, sind dies Erwartungen oder Risiken, auf die in einer neuen Verbindung sensibel geachtet werden sollte.


- Schwächen akzeptieren:

Sicherlich gibt es bei jedem Beteiligten einige zentrale Eigenschaften, über die sich der Ex-Partner intensiv beklagte – zu viel Engagement für den Job, ein zu geringes Redebedürfnis oder der fehlende Ordnungssinn. An dieser Stelle sollte man ehrlich mit sich selbst sein: Handelt es sich um veränderbare Gewohnheiten oder um Eigenheiten der Persönlichkeit? Letzteres wird sich höchstwahrscheinlich niemals ändern. Persönliche Macken und Schwächen zu akzeptieren und diese gleich offen in einer neuen Beziehung zu kommunizieren, hilft zum Vermeiden von Enttäuschungen.

 


Fazit


 

Eine Scheidung hinterlässt bei jedem Beteiligten stets das Gefühl von Versagen und Enttäuschung. Umso wichtiger für die Zukunft ist es, sich mit sich selbst wieder wohl zu fühlen, sein angeknackstes Selbstbewusstsein zu stärken und sich mehr denn je im Klaren über die eigenen Erwartungen zu sein. Auf dieser Basis sind Geschiedene bereit, sich aus einem Gefühl der Freiheit heraus auf eine neue Beziehung einzulassen und alte Fehler nicht zu wiederholen.

 


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