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Boots für das Outdoor-Abenteuer



1. Das richtige Schuhwerk im Freien


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Soll es im Freien auf Reisen gehen, so ist das richtige Schuhwerk entscheidend, damit das Outdoor-Erlebnis langfristig Freude macht, ein guter Tritt garantiert ist und es im Nachhinein keine Blasen gibt. Heutzutage ist die Auswahl an guten Outdoorschuhen schon so vielfältig, dass niemand mehr mit schlechtem Schuhwerk auf Reisen gehen muss – vom leichten Wanderstiefel bis hin zum professionellen Hochalpinstiefel mit Steigeisen gibt es nahezu alles, sodass sowohl die Wanderung durch ebenes Gelände als auch die anspruchsvolle Tour in hochalpinen Gegenden unterstützt wird. Diese große Auswahl ist es allerdings auch, die so manchem Neuling im Outdoorbereich Probleme bereitet. Denn die Unterschiede zwischen Wanderschuh, Bergstiefel, Trekkingschuh, Multifunktionsschuh und vielen weiteren Alternativen ist nicht immer ganz eindeutig und wirft mitunter viele Fragen auf. Was muss im Gebirge getragen werden, welche Schuhe helfen am ehesten bei Schnee oder Geröll, was sollte am besten auf flachen Wiesen getragen werden und mit welchem Schuhwerk kann ein Gletscher am sichersten bestiegen werden? Der folgende Vergleich soll Licht ins Dunkel bringen und die wichtigsten Vertreter des Outdoorschuhs genauer beleuchten.

 

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2. Der Outdoorschuh



Der Begriff Outdoorschuh sorgt für Verwirrung, denn im Grunde kann er vieles bedeuten – vor allem stellt er einen Überbegriff dar und schließt damit viele verschiedene Varianten eines Schuhs ein, der speziell im Freien genutzt wird. Diese verschiedenen Schuhtypen können spezielles Schuhwerk für Klettersteige und Gletschertouren darstellen, reichen bis knapp unter den Knöcheln und sind damit praktische Multifunktionsschuhe, besitzen eine extreme Festigkeit und sind ideal fürs Trekking oder kommen ganz klassisch daher als altbekannter Wanderstiefel. Wichtig bei der Auswahl sind verschiedenste Kriterien, beispielsweise die Passform, das Material, die Sohle und vieles mehr. Für einen ersten Blick auf die grundsätzlichen Eigenschaften und Besonderheiten von Outdoorschuhen kann der Outdoorschuh-Berater von SportScheck genutzt werden. Dieser ermöglicht eine interaktive Auswahl verschiedenster Rahmenbedingungen, bietet dementsprechend einen praktischen Überblick über den Markt und die gegenwärtigen Möglichkeiten.


a) Anglizismen und widersprüchliche Namen

Aber Vorsicht, wer auf der Suche nach dem passenden Schuhwerk ist, der wird dabei voraussichtlich auf eine ganze Menge ähnlich klingender Begriffe stoßen, von denen viele auch einfach nur eingedeutscht wurden oder im Grunde ein und dasselbe Modell beschreiben – das liegt teilweise an den Herstellern und Marken, die ihren Schuhen entsprechend wohlklingende Namen für den nötigen Wiedererkennungswert gegeben haben, andererseits herrscht aber auch eine gewisse Unklarheit, welches Modell denn nun wirklich für was ausgerichtet ist – erschwert wird das Ganze außerdem dadurch, dass viele Modelle mittlerweile auch für mehrere Anwendungsbereiche geeignet sind. Gerade deshalb macht es Sinn, sich bei der Wahl eines Schuhs nicht nur auf den Namen zu verlassen, sondern in erster Linie auf den Schnitt und die richtige Passform zu achten.


b) Die Meindl-Klassifizierung

Um etwas Licht ins Dunkeln zu bringen und Outdoorliebhabern die Suche nach dem richtigen Schuh ein wenig zu erleichtern, wurden bereits mehrere Klassifizierungen erstellt. Eine der wohl bekanntesten, die auch fast überall Anwendung findet, ist die Meindl-Klassifizierung. Dieses wurde vor knapp 20 Jahren von der gleichnamigen Firma entwickelt, die ursprünglich nur ihre eigenen Modelle auf diese Weise unterscheiden und nach Anwendungsbereichen kategorisieren wollte – mittlerweile wird sie allerdings auch von vielen anderen Herstellern übernommen. Bei der Meindl-Klassifizierung teilen sich die Modelle in die Kategorien A bis D auf, wobei A eine besonders leichte Tour darstellt und D für das alpine Berg steigen steht. Wer also beispielsweise einen ausgedehnten Spaziergang machen möchte, der kann auf bequemes und leichtes Schuhwerk zurückgreifen, welches unter die Kategorie A fällt. Soll es hingegen anspruchsvoller werden, so wird zu einer höheren Kategorie gegriffen. Eine detaillierte Auflistung der Klassifizierungen ist beispielsweise bei bergnews.com zu finden.

 

Wichtig: es gibt keine festen Normen, nur Empfehlungen!

Hierbei ist allerdings unbedingt zu beachten, dass es bei der Wahl eines Outdoorschuhs keinesfalls nur um diese erwähnte Kategorie gehen sollte, denn sie stellt keine feste Norm dar, die national oder gar international offiziell genutzt wird. Als bewährte Empfehlung, die auch von Profis gerne zurate gezogen wird, dient sie aber durchaus und bietet sich als Hilfestellung an.

 

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3. Wander- und Multifunktionsschuhe


 

Wie der Name bereits vermuten lässt, sind Multifunktionsschuhe für ein breites Anwendungsgebiet geeignet. Sie können sowohl auf Tagestouren im Flachland als auch im Mittelgebirge für das Wandern genutzt werden und ähneln bezüglich des Tragekomforts am ehesten einem Turnschuh.


a) Spaziergänge und Freizeit

Sei es der Spaziergang, die Fahrradtour, eine einfache Wanderung oder eine sportliche, aber schnelle Tagestour im Mittelgebirge, Multifunktionsschuhe sind diesen Anforderungen in der Regel problemlos gewachsen. Einige Exemplare bieten sich sogar für das Trailrunning oder Waldläufe an und selbst alpines Gebirge ist mit einem guten Modell möglich. Am ehesten werden sie allerdings doch für den eher leichten Einsatz genutzt, denn sie punkten mit ihrer Leichtigkeit, wiegen meist nicht mal die Hälfte von soliden Wanderstiefeln und bieten ein angenehm freies und luftiges Tragegefühl.


1. Kombination aus Lauf- und Wanderschuh

Im Idealfall sind Multifunktionsschuhe eine Mischung aus luftigen Laufschuhen und robusten Wanderschuhen, sodass ein leichtluftiges, aber doch sicheres Wandern gewährleistet ist. Am ehesten steht der Begriff Multifunktionsschuh daher wohl für einen leichten sportlichen Outdoor-Halbschuh, der viele positive Eigenschaften in sich vereint. Eine leichtgängig laufende Schnürung, robuste Einlagen, ein dampfdurchlässiges Textil und ein Profil, das nicht sonderlich tief, aber auf abseitigen Wegen oder felsigen Steigen doch griffig und dreckabweisend sein sollte, machen diesen Allrounder aus. Aufgrund des niedrigen Schafts fehlt allerdings der Schutz vor Verletzungen wie beispielsweise Knöchelprellungen oder Bendertraumata durch ein Umknicken, aus diesem Grund ist der Wander- bzw. Multifunktionsschuh nicht für anspruchsvolle Bergtouren oder Wanderungen mit 20-kg-Rucksack und mehr geeignet.
 

2. Wichtige Kriterien

• Dämpfung

Eine gute, subjektiv auch weiche Dämpfung ist auf befestigten Wegen gefragt. Geht die Wanderung schon eher ins Trekking hinein, so wird ebenfalls eine gute Dämpfung, aber auch Stütze benötigt, weshalb eher zu einer festen Dämpfung und Abrollhilfe unterm Ballen gegriffen werden sollte.

• Obermaterial

Auf befestigten Wegen sind halbhohe Schuhe ideal und sollten leichte Materialien verwenden, denn diese sind in der Regel völlig ausreichend. Geeignet sind unter anderem Kunstfaser, synthetisches Leder oder Wildleder. Ist die Route anspruchsvoller, so sollte auf guten Knöchelhalt geachtet werden, außerdem sind robuste Materialien die bessere Wahl, beispielsweise Nubuk-Leder, wenig Einsätze aus Kunstfasern und kaum Nähte.

• Sohle

Eine grobe Sohle ist bei leichten und befestigten Wegen nicht notwendig, geachtet werden sollte aber auf eine selbstreinigende Anordnung des Profils. Gröber sollte die Sohle hingegen werden, wenn die Route auch einen Trekkinganteil enthält – in diesem Fall sollten steilere Zähne und keine Führungsrinnen sowie ein ausgeprägter Absatz enthalten sein, sodass der nötige Halt gegeben ist.

• Futter

Bei leichten Tagestouren bietet sich Leder als Futter an, da es bei jeder Temperatur atmungsaktiv und langlebig ist. Zudem verfügt es über eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme und trägt damit zum Fußkomfort bei. Ist das Klima hingegen eher kalt, so sollte zu Kunstfaser gegriffen werden, da diese schneller trocknet als Leder und dementsprechend der kühle Effekt ausbleibt, der im Sommer aber durchaus erwünscht sein kann.

 

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4. Wanderstiefel



Wanderstiefel sind heutzutage keineswegs mehr so klobig, steif und schwer, wie sie es noch vor einigen Jahren waren. Die neueste Generation trägt zwar noch den Namen, hat ansonsten aber nicht mehr viel mit den alten Modellen gemein. Grund dafür ist der Einsatz moderner Technik, durch die heutige Wanderstiefel sich mittlerweile angenehm weich und geschmeidig anfühlen, wobei der Halt aber keineswegs auf der Strecke bleibt. Bei einigen Herstellern kommen zu diesem Zweck spezielle „Memoryschäume“ zum Einsatz – darunter ist ein viscoelastischer Schaum zu verstehen, der über ein Form Gedächtnis verfügt. Ursprünglich stammt dieser aus der Raumfahrt und wurde von der NASA entwickelt, heute wird er allerdings für die Herstellung unterschiedlichster Produkte genutzt. Er bietet den Vorteil, dass er sich optimal an den Körper anpassen kann, sobald er auf Wärme reagiert. Weiterhin ersetzen leichte Kunststoffversteifungen das ehemals genutzte dicke und schwere Leder. Hinzu kommen atmungsaktive und wasserdichte Futterstoffe wie etwa Goretex, die selbst bei langen Regenwanderungen nasse Füße verhindern sollen.

 

a) Leichte Wanderungen im Flachland und Mittelgebirge, leichte Trekkingtouren

Klassische Wanderschuhe bieten sich vor allem bei Wanderungen durchs Mittelgebirge an, aber auch bei spontanen Tagestouren sind sie ideal. Sie überzeugen durch ihre Strapazierfähigkeit, ein stabilen Sohlenaufbau und eine gute Dämpfung. Sowohl im Mittelgebirge als auch im Flachland oder in den Voralpen kann auf den Wanderstiefel zurückgegriffen werden, da er sowohl auf guten unbefestigten als auch weniger guten Wegen oder Hüttenwegen für einen festen Tritt sorgt. Laut der Meindl-Klassifizierung bietet sich diesbezüglich die Klasse A/B an, die für leichte Wanderungen im Flachland, Mittelgebirge oder in den Voralpen steht – sollen hingegen noch leichte Trekkingtouren hinzukommen, so wird die Klasse B empfohlen. Leichte Wanderstiefel sind im Knöchelbereich meist jedoch weniger stabil.


1. Wichtige Kriterien

• Obermaterial

Für Unternehmungen im Gebirge bieten sich Materialien wie Kunstfasern, beispielsweise Condura, an. Diese sind leicht und robust, jedoch nicht wasserfest, weshalb sie sich am ehesten bei leichteren Unternehmungen anbieten. Wird die Route etwas herausfordernder, so kann zu Leder gegriffen werden, welches robust und fest ist, dafür jedoch auch schwerer und nicht so schnell trocknend.

• Dämpfung

Die bereits erwähnte Vakuumtechnologie sorgt bei Wanderstiefeln für eine extrem gute Dämpfung beim Laufen, jedoch bietet nicht jeder Hersteller diese moderne Variante an. Insgesamt sollte die Dämpfung bereits ein wenig fester sein, damit es auch abseits befestigter Pfade und auf schlechten Steigen problemlos vorangeht.

• Sohle

Wichtig ist hier vor allem der Abrollwiderstand, der größer als bei normalen Wander- und Multifunktionsschuhen ausfallen sollte. Er sorgt beim Laufen für eine bessere Entlastung. Ebenfalls wichtig ist eine gewisse Steifigkeit – auch Torsionssteifigkeit genannt –, da diese Sicherheit und Halt bei Bergwanderungen und Trekkingtouren verleiht.

• Futter

Sind die Touren etwas anspruchsvoller oder dauern mehrere Tage an, so sollte am ehesten zu Beschichtungen und Membranen gegriffen werden, die vor Nässe von außen schützen. Diese sorgen allerdings gleichzeitig dafür, dass die Atmungsaktivität herabgesetzt wird – entsprechend wichtig ist ein Innenmaterial, das den Schweiß aufnehmen kann, beispielsweise Kunstfaser oder perforiertes Leder.

 

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5. Trekkingstiefel



Trekkingstiefel sind für diejenigen geeignet, die mehrtägige Trekkingtouren durchführen möchten und dabei mit schwerem Gepäck unterwegs sind. Typisch für solche Touren sind leicht erhöhte Steigungen und Begehungen von Schneefeldern, ebenso gehören aber auch Geröllfelder dazu. Dementsprechend wichtig ist also ein robustes Obermaterial, damit die Stiefel der widrigen Umgebung gewachsen sind und problemlos mit schwierigen Wegen klarkommen. Als Trekkingschuhe werden spezielle Wanderstiefel bezeichnet, die mit einem festen und stabilen Schaft ausgestattet sind, der sehr hoch ist und den Fuß daher in bergigem Gelände und mit vollem Rucksack gut stützt. Ihre Sohle ist dafür steif und nur mäßig gedämpft, garantiert so aber gute Trittsicherheit. Geeignet sind Trekkingstiefel ebenfalls, wenn reine Zelttouren geplant sind – dann sollten die Stiefel allerdings aus Leder sein und über eine zusätzliche Funktionsmembran verfügen, sodass sie schneller trocknen. Nicht zu unterschätzen ist in jedem Fall das Gewicht von Trekkingschuhen, diese liegen nicht selten bei bis zu 800 g pro Schuh. Genau genommen ist der Begriff Trekkingschuh übrigens ein Widerspruch in sich: meist sind damit Wander- oder Zustiegschuhe gemeint, die jedoch sehr viel Wert auf eine schicke Optik legen, gepaart mit Funktionalität und hohem Komfort. Heutzutage werden sie daher nicht mehr nur im Outdoorbereich, sondern auch im Alltag getragen, sie sind demnach also auch in gewisser Weise als Multifunktionsschuhe anzusehen.

 

a) Anspruchsvolle Wanderungen und Trekkingtouren bis ins Hochgebirge
 

Trekkingschuhe werden dann genutzt, wenn die Touren durchaus anspruchsvoll sind und dem Wanderer einiges abverlangen. Für solche mittelschweren bis schweren Routen sind Schuhe zu empfehlen, die der Meindl-Klassifizierung B/C entsprechen, denn diese sind speziell für schlechte Wege, Geröll und Klettersteige ausgelegt. Mitunter kann eine Trekkingtour allerdings auch bis hinauf ins Hochgebirge oder gar auf Gletscher gehen, in diesem Fall sollte sogar zur Klasse C gegriffen werden, da diese nochmals mehr Stabilität und Wasserfestigkeit bietet, dafür aber auch noch etwas schwerer und steifer ist.


1. Wichtige Kriterien

• Obermaterial

Robuste Materialien wie Nubuk-Leder kommen beim Trekking zum Einsatz, damit ein guter Knöchelhalt gegeben ist. Oftmals nutzen die Hersteller außerdem Kombinationen aus Leder und Synthetikgewebe, aber auch Modelle mit vollständiger Verkleidung aus Leder sind möglich. Hier gilt: möglichst robust, aber dennoch bequem.

Dämpfung

Ganz typisch für Trekkingstiefel ist der hohe Schaft, der zusätzlich gepolstert ist und den Fuß stabilisiert. Gerade auf unwegsamem Gelände ist die Gefahr eines Stolperns oder Umknickens gegeben, wird somit jedoch weitestgehend verhindert. Eben diese Steifheit ist für viele Wanderer zwar zunächst gewöhnungsbedürftig, zahlt sich jedoch aus.

Sohle

Eine profilstarke Sohle gewährleistet einen sicheren Tritt, zudem sollte diese ebenfalls relativ steif sein. Mitunter können sich hier auch Einlegesohlen auszahlen, da sie Schweiß und Feuchtigkeit bei Bedarf zwischenspeichern und so für einen trockenen Fuß sorgen – dies ist vor allem dann wichtig, wenn der Stiefel ansonsten aus undurchlässigem Leder besteht und mehrtägige Touren geplant sind.

• Futter

Als Futter wird eine atmungsaktive, wasserdichte Membran empfohlen, die einerseits einen Nässeschutz bietet und andererseits für Klimakomfort sorgt.

 

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6. Alpinstiefel



Alpinstiefel werden auch als Hochtourenstiefel bezeichnet und eignen sich für anspruchsvolle Unternehmungen im extremen Gelände. Das Schuhwerk ist enorm robust und nicht nur für Hochtouren, sondern auch Routen durch Fels und Eis bestens geeignet – leichtere Modelle können aber auch noch für Klettersteige und einfache Kletterpassagen genutzt werden. Viele Modelle verfügen außerdem über einen gut isolierten, speziellen Innenschuh, der sich bei Bedarf herausnehmen lässt. Er vereint mehrere Vorteile: denn er ist extrem warm, lässt sich besser trocknen und selbst im Schlafsack muss der Innenschuh nicht ausgezogen werden.


a) Hochalpine Touren, Gletscher, Eis- und Firntouren

Gletscher, Eis und Berge sorgen für eine anspruchsvolle und sportliche Herausforderung, der nicht jeder gewachsen ist – eben deshalb sollte an dieser Stelle keinesfalls auf die passende Ausrüstung verzichtet werden, denn hier kann ein falscher Schritt böse enden. Für die spannende Erkundung von Eisspalten, Eishöhlen und Gletschermühlen ist daher auch ausreichend Know-how notwendig. Wer sich auch hier nach der Meindl-Klassifizierung richten möchte (wenngleich Alpinschuhe ohnehin auf den ersten Blick erkennbar sind), der sollte einen D-Schuh wählen.


1. Steigeisen

Alpinisten benötigen für ihren Aufstieg zwangsläufig Steigeisen, diese lassen sich grundsätzlich in Hochtouren- und Eisklettersteigeisen unterscheiden, des Weiteren gibt es außerdem etliche Allround-Modelle. Bei leichten Gletscherwanderungen und Skitouren ist ein leichtes Steigeisen zu empfehlen, welches entweder aus leichtem Aluminium (für Skitouren) oder aus Stahl (für Gletscherwanderungen) besteht.

Für fortgeschrittene Kletterer empfiehlt sich hingegen ein Steigeisen mit technisch ausgereiften Details. Ein solches verfügt beispielsweise über austauschbare Zacken oder ist speziell auf ein bestimmtes Gelände ausgerichtet. Ist die Tour besonders schwer und anspruchsvoll, so lohnt sich außerdem der Griff zum Eiskletterschuh, also einem Bergschuh mit integrierten Zacken in der Sohle.


2. Wichtige Kriterien


• Dämpfung

Auf Hochtouren und beim Bergsteigen sind festere Dämpfungselemente notwendig, alternativ kann die Dämpfung aber auch auf die Ferse reduziert werden – ansonsten bildet sich im Frontbereich ein schnell störendes unsicheres Trittgefühl.

• Obermaterial

Bei einer alpinen Hochtour ist guter Knöchelhalt notwendig, aufgrund des Kletterns sollte aber auch ausreichend Bewegungsfreiheit gegeben sein. Den besten Schutz bietet Leder, moderne Schuhe gehen aber meist einen Kompromiss ein und greifen zu zusätzlichen Einsätzen mit verstärkten Kunstfasern wie etwa Kevlar, um einerseits mehr Komfort und andererseits weniger Gewicht zu ermöglichen.

• Futter

Wie auch bei allen anderen guten Outdoorschuhen sollten auch Hochalpinstiefel unbedingt über den nötigen Schutz verfügen, damit Nässe einerseits nicht hineingelangen kann, Schweiß hingegen hinausbefördert wird.

• Sohle

Beim Bergsteigen kommen ähnliche Sohlen wie beim Trekking zum Einsatz, allerdings ist das Profil offener im Frontbereich und bietet nur einige verbundene Zonen zum Klettern. Sollen außerdem noch Hochtouren bewältigt werden, so kann das Sohlenprofil noch etwas grober und tiefer sein, sodass auch im Schnee problemlos Halt gefunden werden kann.

 


7. Sonstige Faktoren


 

Bei der Auswahl eines Outdoorschuhs muss sich nicht zwangsläufig nur an den Modellen orientiert werden, auch ein Blick auf andere Aspekte wie etwa das verwendete Material, das passende Zubehör, der Pflegeaufwand oder die Größe und Passform sollten nicht vernachlässigt werden – besonders wichtig ist dabei der letztgenannte Punkt, denn er entscheidend letztendlich darüber, wie angenehm der Schuh sitzt und ob er seinen Zweck erfüllt.


a) Material

Bezüglich der Materialien ist die Auswahl mittlerweile groß, wenngleich sich vor allem die Nutzung von hochwertigem Leder oder guten Kunstfasern empfiehlt. Gerade die großen und etablierten Hersteller greifen ohnehin auf diese Materialien zurück und bieten meist einen Materialmix, der die Vorteile beider Stoffe in sich vereint – ein solches Stiefelmodell wäre also beispielsweise einerseits flexibel und atmungsaktiv durch den Kunstfaseranteil, würde aber auch über die nötige Steifheit und Robustheit dank des Lederanteils verfügen.


b) Passform und Größe

Grundsätzlich sollte die angegebene Größe eines Schuhs nur als Orientierung dienen, denn jede Schuhmarke fällt etwas anders aus und darüber hinaus hat der Fuß beim Wandern und Klettern völlig andere Bedürfnisse als im Alltag. Weitaus wichtiger ist hingegen die Passform, denn sie sagt aus, ob der Schuh oder Stiefel optimal sitzt. Vor allem auf folgende Aspekte gilt es dabei zu achten:

 

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c) Pflegeaufwand

Hochwertige Schuhe bedürfen einer kontinuierlichen Pflege und sollten vor dem Tragen gegen Schmutz und Nässe geschützt werden. Bei Leder übernimmt dies ein Imprägnierzusatz, der während des Gerbprozesses hinzugefügt wird – die Rede ist hierbei vom hydrophobierten Leder – und das Material geschmeidig hält. Denn trocknet Leder aus, so schrumpft es mit der Zeit, wird undicht und brüchig. Sollten die Schuhe durch die regelmäßige Pflege mit Wachs übrigens abdunkeln, so ist dies keineswegs ein Zeichen von mangelhafter Qualität oder stellt einen Reklamationsgrund dar. Denn alle Lederarten reagieren auf diese Weise.

 

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d) Die passende Socke

Die Socke polstert den Fuß und puffert außerdem Feuchtigkeit, wenn diese nicht mehr vom Futter aufgenommen werden kann. Somit hält sie den Fuß trocken und stellt eine wichtige Grundvoraussetzung für einen blasenfreien Wandertag dar. Empfehlenswert ist der Griff zu Wolle, denn diese kann Feuchtigkeit aufnehmen, bleibt dabei formstabil und hält auch die Geruchsbildung in Grenzen. Auch Kunstfaser ist unter Umständen geeignet, denn sie trocknet sehr schnell, dafür kann sie Feuchtigkeit allerdings nicht so gut zwischenspeichern und auch die Geruchsentwicklung ist nicht optimal. Wer es ganz genau wissen will, der kann außerdem den Wandersocken-Test von outdoor-magazin.com zurate ziehen.

 

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8. Fazit


 

Beim Vergleich verschiedener Outdoorschuhmodelle wird schnell deutlich, dass es hier nicht das eine beste Modell gibt, denn jeder Schuhtyp richtet sich nach einem gewissen Anwendungsgebiet aus. Die Entscheidung für Wanderstiefel, Trekkingstiefel, Multifunktionsschuh und Co. wird demnach im Grunde bereits im Vorfeld getroffen und ergibt sich ganz automatisch dadurch, was der Nutzer vorhat – sinnvoll ist das Wissen um die Unterschiede der Modelle aber dennoch, denn wer hier sorglos ein beliebiges Schuhpaar nutzt, leidet im Nachhinein vermutlich nicht nur unter Blasen, sondern gefährdet unter Umständen auch sich selbst und seine Gesundheit.

 


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